„ Ja, es gibt Angst“

„Ja, es gibt Isolation“

„Ja, es gibt Hamsterkäufe.“

„Ja, es gibt Krankheit.“

„Ja, es gibt sogar Tod.“

 

Aber,

es heißt, nach so vielen Jahren des Lärms in Wuhan,

konnte man wieder Vögel hören.

Es heißt, nach nur wenigen Wochen der Ruhe, war der Himmel nicht länger voll von Abgasen, sondern blau und klar.

Es heißt, in den Straßen von Assisi singen die Menschen füreinander über die leeren Plätze hinweg,

lassen ihre Fenster offen, so dass die, die allein sind die Geräusche von Familien um sie herum hören können.

Es heißt, dass ein Hotel im Westen Irlands kostenlose Mahlzeiten und Lieferungen für die zuhause Bleibenden anbietet.

Heute ist eine junge Frau, die ich kenne, damit beschäftigt Flugzettel mit ihrer Nummer in der Nachbarschaft zu verteilen, damit die Älteren jemanden anrufen können.

Heute bereiten sich Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel darauf vor, die Obdachlosen, Kranken und Müden willkommen zu heißen,

Auf der ganzen Welt halten die Menschen inne und reflektieren.

Auf der ganzen Welt sehen die Leute ihre Nachbarn im neuen Licht.

Auf der ganzen Welt erwachen die Leute zu einer neuen Realität.

Dazu, wie groß wir wirklich sind.

Dazu, wie wenig Kontrolle wir eigentlich haben.

Dazu, was wirklich zählt.

Zur Liebe.

Uns so beten wir und merken uns:

Ja, es gibt Angst.

Aber es muss keinen Hass geben.

Ja, es gibt Isolation.

Aber es muss keine Einsamkeit geben.

Ja, es gibt Panik-Käufe.

Aber es muss keine Gemeinheit geben.

Ja, es gibt Krankheit.

Aber es muss keine kranken Seelen geben.

Ja, es gibt Tod.

Aber es immer eine Wiedergeburt der Liebe geben.

Erwacht zu den Entscheidungen, die ihr jetzt trefft.

 

Für heute: Atmet.

Hört hin.

Hinter den Fabrikgeräuschen eurer Angst singen wieder die Vögel.

Der Himmel wird klarer,

der Frühling kommt.

Und wir sind immer von Liebe umhüllt.

Öffnet die Fenster eurer Seele.

Und wenn ihr nicht in der Lage sein mögt,

über den leeren Platz hinweg zu berühren, singt! 

 

Bruder Richard Hendrick, irischer Franziskaner – Mönch

 (am 17. 3. 2020 über WhatsApp erhalten)

 

 Der Wochenspruch für die 12. Kalenderwoche (22. – 29. März)

 Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

 

[Der Text liegt zum Mitnehmen und Weitergeben in der Kirche aus.]